In die Zugkunft mit der Innovationspartnerschaft: Ein Blick zu den Vorreitern in Schleswig-Holstein

Regionalzug

Vergabeverfahren Innovationspartnerschaft – verheißungsvolle Worte, die seit einigen Monaten schon durch die Beschaffungskreise schwirren. Doch was hat es damit auf sich? Öffentliche Beschafferinnen und Beschaffer und Unternehmen in Deutschland machen gerade die ersten Erfahrungen mit einer Innovationspartnerschaft. Wir haben uns erkundigt, lesen Sie den ersten Erfahrungsbericht.

Beschaffungsverantwortliche in Österreich müssen sich noch ein wenig gedulden, bis sie das Vergabeverfahren Innovationspartnerschaft in ihr Repertoire aufnehmen können. Der Nationalrat wird die Umsetzung der Vergaberichtlinie der EU (RL 2014/24/EU und 2014/25/EU) erst beschließen. Um für die Zeit nach einem Beschluss gerüstet zu sein, lohnt es sich schon jetzt, einen Blick nach Schleswig-Holstein zu werfen. Im nördlichsten Bundesland Deutschlands wird gerade ausverhandelt, unter welchen Bedingungen im Rahmen einer Innovationspartnerschaft emissionsarme Züge entwickelt und anschließend beschafft werden. Diese Aufgabe übernimmt im Auftrag des Landes der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH (NAH.SH GmbH).

Die Erfahrungen der NAH.SH GmbH gehören neben Projekten in den Niederlangen zu den ersten unter Verwendung des Vergabeverfahrens Innovationspartnerschaft. Noch steckt der öffentliche Auftraggeber mitten im Verfahren: Die Markterkundung ist abgeschlossen, derzeit werden Gespräche mit potentiellen Lieferantinnen und Lieferanten geführt und Angebote sondiert. Der Erfolg der Innovationspartnerschaft lässt sich daher noch nicht abschließend bewerten. Wir stehen im Austausch mit den Verantwortlichen und haben den aktuellen Stand unter den Downloads aufbereitet. Sie wollen mehr erfahren, dann kommen Sie gerne auf uns zu!

Was lässt sich in aller Kürze zur Innovationspartnerschaft sagen?
Die Innovationspartnerschaft bringt einige Neuerungen:

  • Ein Verfahren deckt Entwicklung und Beschaffung ab. Die Lieferung der entwickelten Innovation ist das ultimative Ziel.
  • Nach der Entwicklung ist für die Beschaffung kein weiteres separates Verfahren notwendig. Die Beschaffung ist Teil der Innovationspartnerschaft. Für den Erwerb müssen zumindest Grenzwerte für Leistungsniveau und Kosten definiert sein. Daher können aber auch bei der Beschaffung nur-Teilnehmerinnen und –Teilnehmer des ursprünglichen Verfahrens berücksichtigt werden.
  • Das Verhandlungsverfahren zum Abschluss der Innovationspartnerschaft erfolgt immer mit Bekanntmachung.
  • Die Innovationspartnerschaft kann nach der Verhandlungsphase (mind. eine Verhandlungsrunde) mit mehreren Partnern eingegangen werden.
  • Anhand definierter Kriterien können Unternehmen im Laufe der Innovationspartnerschaft nach einzelnen Entwicklungsphasen ausgeschieden werden.
  • Die Abwicklung der Innovationspartnerschaft ist in mehrere Phasen aufzuteilen. Zu erreichende Ziele und Entgelte sind pro Phase zu definieren.

Dem Vergabeverfahren wohnt neben den mit ihm verbundenen Neuerungen ein weiterer Aspekt inne. Es hebt die bisher in den gesetzlichen Bestimmungen zumindest weitgehend bereits vorhandenen Gestaltungsspielräume (v.a. des Verhandlungsverfahrens) hervor. Durch die neue Prominenz und die Nennung von Innovation fällt möglicherweise eine psychologische Hürde. Die IÖB-Servicestelle hofft, dass dadurch mehr öffentliche Institutionen sich an herausfordernde, lösungsoffene Verfahren wagen.

Sie wollen sich zur Innovationspartnerschaft informieren?
Am 9. Oktober findet dazu ein GSV-Forum in Kooperation mit der IÖB-Servicestelle in Wien statt. Pioniere aus anderen EU-Staaten, die bereits Erfahrungen mit dem Verfahren sammeln konnten, geben Ihnen dort exklusive Einblicke! 

Am 16. November bietet die IÖB-Servicestelle ein Seminar zu Innovationspartnerschaft an der Verwaltungsakademie des Bundes an.  

Kontakt

Serviceline: +43 1 245 70 817
(Montag bis Freitag von 9:00 – 15:30)

E-Mail: ioeb@---nospam---ioeb.at

IÖB-Servicestelle in der BBG
Lassallestraße 9B
1020 Wien

Eine Initiative von Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
Mit Unterstützung von Bundesbeschaffung GmbH