Die Münze Österreich AG setzt in Zukunft eine teilautomatisierte Anlage für die Herstellung der beliebten Münzen ein. Der Prägevorgang kann durch die neue Anlage zukünftig schneller, effizienter und sicherer erfolgen.

Eckdaten des Projekts

Projektdauer: April 2016 bis April 2019

Beschaffungsvolumen: EUR 250.000,-

Projektträger: Münze Österreich AG

Problemstellung
Zu den Aufgaben der Produktionsmitarbeiter der Münze Österreich gehört die Arbeit an den Prägemaschinen, wo die verschiedenen Sammlermünzen geprägt werden. Ein zentraler Schritt im Produktionsprozess ist die Einsortierung der aus der Prägemaschine kommenden Münzen in dafür vorgesehene Münzträgersysteme. Dieser Prozessschritt wurde bislang manuell durchgeführt.
Der bisherige manuelle Prozess war langsam und aufwändig. Die Einsortierung sollte schneller, effizienter und sicherer gestaltet werden, ohne die Oberfläche der hochwertigen Münzen bei der Einsortierung zu beeinträchtigen.

Vorgehensweise
Im Jahr 2015 startete die Münze Österreich AG ein Vorprojekt, das die Anforderungen für eine neue Anlage klären und erste Schätzkosten für die Budgetierung abgeben sollte. Schnell zeigte sich, dass die gestellten Anforderungen von keiner auf dem Markt befindlichen Technologie erfüllt werden konnten:

  • Geschwindigkeit und Anzahl der gehandelten Münzen
  • keine Beeinträchtigung der hochwertigen Münzoberflächen erlaubt
  • Video-Sensorik für die hoch reflektierenden Oberflächen noch ungeeignet

Deshalb rief die Münze Österreich AG gemeinsam mit der IÖB-Servicestelle die Challenge „Automatisiertes Handling von Münzen“ zur Markterkundung aus. In einem Workshop erarbeiteten IÖB und Münze Österreich AG die Anforderungen aller Stakeholder für die neue Anlage. Auf Basis der Erkenntnisse aus der IÖB-Challenge führte die Bundesbeschaffung GmbH die Ausschreibung als Verhandlungsverfahren nach vorheriger Bekanntmachung durch, ehe eine Beschaffung der Lösung des Unternehmens Economa erfolgte.

Innovativer Charakter
Die Münze Österreich AG verfolgte bei der Umsetzung der neuen Anlage den Ansatz der „Lean Production“.
Diese „Schlanke Produktion“ identifiziert Potentiale zur Einsparung von sozialen, ökonomischen und zeitlichen Ressourcen. Die Prozessanalyse erkannte das händische Einsortieren der Münzen als zu langsam und ineffizient. Der Zwischenschritt über Schüttgut und Ablagebretter im Produktionsprozess der Münzen erschien daher nicht mehr notwendig.

Ergebnis & Mehrwert

  1. Prozessoptimierung durch Teilautomatisierung der Münzherstellung
  2. Effizienzsteigerung durch das Verfahren der „Lean Production“:  Reduktion der Arbeitsschritte bei der Münzprägung
  3. Physische Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei manuellen Tätigkeiten
  4. Risikominimierung bei der innovativen Beschaffung durch strukturierte Produktentwicklung

Ansprechpartner
Münze Österreich AG
Ing. Florian Hofer
Tel: +43 1 717 15-504
E-Mail: florian.hofer(at)austrian-mint.at