Eckdaten des Projekts

  • Vergabegegenstand: ressourcenschonende Abwasseranlage
  • Umsetzungszeitraum: 2014
  • Volumen: in Summe 600.000 €

Ausgangssituation/Problemstellung

Die Münze Österreich sah sich mit einem für die Metallverarbeitungsbranche nicht unüblichem Problem konfrontiert: Das Abwasser wurde durch das Metall verschmutzt wodurch die Einhaltung von Kriterien zur Wassereinleitung nicht möglich war. Zudem plante man die ISO 14001-Zertifizierung weshalb zusätzliche Auflagen erfüllt werden mussten. Eine neue Abwasseranlage sollte genau diesen Kriterien gerecht werden und zudem nicht viel Platz einnehmen, da die Münze aufgrund ihres Standortes in der Wiener Innenstadt und des Denkmalschutzes in ihren Möglichkeiten beschränkt war.

Innovativer Charakter 

Die Kerntechnologie war bereits sehr fortgeschritten, doch musste an das erwartete Ergebnis angepasst werden, weshalb man sich für eine funktionale Leistungsbeschreibung entschied. Nach Durchführung einer Marktanalyse vor der Ausschreibung wurden drei potentielle Technologien am Markt identifiziert. Nach Evaluierung der Technologien fiel die Entscheidung auf ein Verdampfungssystem. Ein solches System zeichnet sich durch höchste Frischwasserreduktion, höchste Kosteneinsparung und geringsten Platzbedarf aus. Nicht nur das Produkt selbst, sondern auch die Ausschreibung enthielt dabei innovative Ansätze.

Beschreibung der Vorgangsweise

Die Vergabe fand im Rahmen eines Verhandlungsverfahrens statt, wobei als integraler Teil des Vergabeverfahrens die praktische Anwendbarkeit der innovativen Lösung getestet wurde. Die drei geeignetsten Bewerber wurden eingeladen, ein Konzept für eine ressourcenschonende Abwasseranlage abzugeben mit besonderem Fokus auf die langfristigen Lebenszykluskosten-Berechnungen. Gleichzeitig erhielten die zwei besten Anbieter die Möglichkeit, das Konzept auch praktisch mit Abwasserproben vom Auftraggeber auszutesten. Danach wurden die detaillierten Ergebnisprotokolle und Analysen gemeinsam mit den finalen Angeboten an die BBG und die Münze Österreich übergeben.

Die am Ende des Verfahrens erfolgreichste Lösung stammt von der Firma Ginzler Stahl und Anlagenbau GmbH: mittels innovativer Vakuumtechnik ist es möglich, Wasser schon bei geringen Temperaturen (40° C) verdampfen zu lassen. In Kombination mit einem mehrstufigen Wärmeprozess kann Wasser von Chemikalien und Verunreinigungen getrennt und sofort wieder als Kühlwasser verwendet werden. Bei einem vorgesehenen Verdichtungsverhältnis von 1:40 kann der Frischwasserverbrauch somit um bis zu 97% reduziert werden. Gleichzeitig wird auch der Restabfall komprimiert, wodurch er einer Wieder- bzw. Weiterverwertung leichter zugeführt werden kann.

Die Münze Österreich beschafft zwei Anlagen, wobei eine bereits bis zu 1 Million Liter Wasser pro Jahr reinigen und pro Jahr ca. 950.000 Liter sauberes Trinkwasser einsparen kann. Einen weiteren Vorteil dieser Technologie stellen die geringen Geräusch- und Materialemissionen dar, wodurch auch die Auflagen der Münze Österreich für ihre schützenswerten, historischen Gebäude eingehalten werden konnten.

Ergebnis & Mehrwert

  • Anfangs höhere Anschaffungskosten, doch durch Einberechnung der LCC die wirtschaftlichste Lösung über fünf Jahre
  • 97% des Frischwasserverbrauchs reduziert
  • Reduktion der Logistikkosten für die Ablagerung von Abfällen
  • 2 Mio. Liter Wasser ca. pro Jahr und pro Maschine aufbereitet
  • ca. 1,95 Mio. Liter Wasser pro Jahr und pro Maschine eingespart
  • Auch in historischen Gebäuden mit Denkmalschutz

Ansprechpartner 

Albert Schieg
albert.schieg(at)bbg.gv.at