Nicht Innovation ist das größte Risiko – sondern das Festhalten am Status quo. Die größte Gefahr für öffentliche Organisationen liegt oft nicht darin, etwas Neues auszuprobieren, sondern in der wachsenden Abhängigkeit von veralteten Technologien, einzelnen Anbietern und überholten Lösungen. Gute Innovationsbeschaffung ersetzt unkontrolliertes Risiko durch gesteuertes Risiko.
Wir klären auf:
Legacy-Systeme[1] und Vendor-Lock-in[2] sind oft riskanter als Innovation. Veraltete Systeme schaffen technische Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern. Mit jedem Jahr werden Wartung, Betrieb und ein späterer Umstieg teurer und schwieriger. Das eigentliche Risiko liegt häufig nicht im Neuen, sondern im Festhalten an Bestehendem.
Risikovermeidung kann selbst zum Risiko werden. Wer aus Unsicherheit immer wieder bekannte Lösungen beschafft, läuft Gefahr, Sicherheitslücken, veraltete Infrastruktur, mangelnde Resilienz oder ineffiziente Prozesse langfristig fortzuführen. Die Risiken werden dadurch nicht vermieden, sondern lediglich verschoben.
Weniger Innovation bedeutet weniger Wettbewerb. Wenn öffentliche Auftraggeber ausschließlich auf bestehende Anbieter setzen, werden neue Marktteilnehmer ausgeschlossen. Dadurch sinkt der Wettbewerbsdruck, Abhängigkeiten nehmen zu und die Auswahl an Lösungsansätzen wird kleiner.
Innovation bedeutet nicht unkontrolliertes Risiko. Erfolgreiche Innovationsbeschaffung arbeitet mit einer bewussten Risikosteuerung: Pilotierungen, Markterkundungen, schrittweise Umsetzungen oder vorkommerzielle Beschaffung ermöglichen es, Erfahrungen zu sammeln und Risiken frühzeitig zu begrenzen.
IÖB ermöglicht Risikoteilung. Risiken können auf mehrere Schultern verteilt werden – beispielsweise durch Förderungen oder Verfahren, die mehrere Lösungsanbieter parallel einbeziehen und dadurch die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Ergebnisse erhöhen.
Jede Innovation liefert Erkenntnisse. Nicht jede innovative Lösung wird erfolgreich sein. Doch auch gescheiterte Versuche schaffen Wissen über technische Möglichkeiten, Nutzerbedürfnisse und Marktpotenziale. Dieser Erkenntnisgewinn wäre ohne den Versuch nicht möglich gewesen.
Eine moderne Fehlerkultur erhöht die Innovationsfähigkeit. Wer Innovation beschaffen will, muss akzeptieren, dass nicht jedes Ergebnis von Anfang an perfekt planbar ist. Fortschritt entsteht oft durch Testen, Lernen und schrittweise Verbesserung. Dies wird durch Pilotprojekte und iterative Vorgehensweisen unterstützt.
[1] Unter einem Legacy System ist ein Altsystem zu verstehen, das meist historisch gewachsen und nach wie vor in Verwendung ist (Wikipedia)
[2]Ein Vendor-Lock-in-Effekt zeigt eine enge Kundenbindung an Produkte/Dienstleistungen oder einen Anbieter, die ein Umsteigen auf andere Systeme erschwert (Wikipedia)
Kontakt IÖB
-
+43 1 245 70 817
-
IÖB-Servicestelle
Lassallestraße 9B, 1020 Wien
-
ioeb@ioeb.at
Mo. - Do.: 09:00 - 15:30 Uhr, Fr.: 09:00 - 13:30 Uhr