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Wie sieht eine innovative und nachhaltige öffentliche Beschaffung im Jahr 2040 aus? Diese Frage stand im Mittelpunkt der fünften ECOVATION, die am 17. September 2026 gemeinsam von der IÖB-Servicestelle und der naBe-Plattform veranstaltet wurde. In diesem Jahr war die Konferenz als besonderes Programmhighlight in das Forum Öffentliche Beschaffung der Bundesbeschaffung GmbH eingebettet. Dieses wurde am Morgen von Bundesminister Peter Hanke eröffnet, der die zentrale Bedeutung der strategischen Beschaffung hervorhob: Es brauche politischen Willen, einen gezielten Blick auf Industrie und KMU sowie eine öffentliche Hand, die innoviert, investiert und über Gebietskörperschaften hinweg gemeinsam beschafft.

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der öffentlichen Hand, der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wurden bei den zahlreichen Programmpunkten Zukunftsperspektiven diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht und neue Impulse gesetzt.

Öffentliche Beschaffung als Zukunftsinstrument

Feierlich eröffnet wurde die ECOVATION von Manuel Schuler, Leiter der IÖB-Servicestelle, und Gerhard Weiner, Leiter der naBe-Plattform. Bundesminister Norbert Totschnig hob in seiner Grußbotschaft die ECOVATION als wichtigen Raum für neue Partnerschaften hervor. Gleichzeitig verwies er auf die zentrale Rolle der öffentlichen Beschaffung als Zukunftsinstrument, das Kreislaufwirtschaft und Industriestrategie gemeinsam in den Blick nehmen sollte. 

Mit öffentlicher Nachfrage Innovationen vorantreiben

In ihrem Fachimpuls zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Österreichs zeigte Monika Köppl-Turyna, Direktorin von EcoAustria, welches Potenzial in der öffentlichen Nachfrage steckt: Die öffentliche Hand kann ein bedeutender Innovationstreiber sein. Dafür braucht es eine stärkere Verzahnung von Forschung, Entwicklung und Beschaffung sowie weniger bürokratische Hürden. Insbesondere KMU und Startups sollen bessere Chancen erhalten, sich an Ausschreibungen zu beteiligen.

Darüber hinaus sind geeignete politische Rahmenbedingungen und ein kritischer Blick auf jene Kostenfaktoren notwendig, die heimische Anbieter im Wettbewerb benachteiligen können. 

Vergaberecht ist Zukunftsrecht

Christian Richter-Schöller, Rechtsanwalt und Partner bei Schiefer Rechtsanwälte, machte in seinem Fachvortrag deutlich, dass Vergaberecht weit mehr ist als ein rechtlicher Rahmen: Vergaberecht ist Zukunftsrecht. Schließlich sollen Ausschreibungen, die heute gestaltet werden, langfristig Wirkung entfalten.

Umso wichtiger ist es, Lebenszykluskosten von Beginn an mitzudenken, Lieferketten gezielt zu steuern und die Kreislaufwirtschaft fest in der Beschaffung zu verankern. Instrumente wie Pre-Commercial Procurement können dabei ebenso wichtige Impulse setzen wie Standortförderung, alternative Finanzierungsmodelle und eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Vergaberechts. 

Strategische Beschaffung gemeinsam weiterentwickeln

Im Anschluss diskutierten Stefan Riegler, Leiter der Gruppe Forschung und Innovation im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, Thomas Jakl, Leiter der Sektion V im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, und Gerhard Zotter, Geschäftsführer der Bundesbeschaffung, darüber, wie Innovation und Nachhaltigkeit noch stärker in der strategischen Beschaffung verankert werden können.

Die Diskussion zeigte: Mit der Innovationsstrategie, dem kommenden nationalen Aktionsplan und dem European Public Procurement Act steht die Innovationsfördernde Öffentliche Beschaffung (IÖB) in Österreich bereits auf einer soliden strategischen Basis. 

Damit IÖB künftig noch mehr Wirkung entfalten kann, braucht es einen intensiveren Austausch zwischen Industrie und Forschung, ein innovationsfreundliches Mindset und eine konstruktive Fehlerkultur. Gleichzeitig gilt es, die Förderlandschaft weiterzuentwickeln, KMU und Startups gezielt bei bürokratischen Anforderungen zu unterstützen und öffentliche Unternehmen stärker als Impulsgeber und Referenzkunden einzubinden.

Weitere wichtige Erfolgsfaktoren sind leistungsorientierte Ausschreibungsunterlagen, mehr Klarheit über die bereits bestehenden rechtlichen Möglichkeiten sowie wirtschaftlich tragfähige Ansätze, etwa im Bereich der Kreislaufwirtschaft. 

Zukunftstechnologie trifft Kreislaufwirtschaft und Vernetzung

Am Nachmittag rückten weitere Zukunftsthemen in den Mittelpunkt. Ein Programmhöhepunkt: Die Sessions zu Quantentechnologie mit Natalie Kilber, CEO von Haste, Hannes Hübel, Leiter der Forschungsgruppe für optische Quantentechnologien des AIT, und Valentin Stauber, Entwickler für Quantenalgorithmen bei Parity QC. 

Quantentechnologie gilt als eine der Schlüsseltechnologien der Zukunft und eröffnet enorme Potenziale. Das Anwendungsspektrum reicht von Quantenkryptografie für mehr Cybersicherheit und einen besseren Schutz vor Industriespionage bis hin zu neuen Möglichkeiten in der Sensorik.

Damit Europa diese Chancen erfolgreich nutzen kann, braucht es gezielte Investitionen in ein starkes Ökosystem und bessere Rahmenbedingungen für junge Unternehmen. Das Ziel ist klar: europäische Lösungen entwickeln, Innovationen fördern und Wertschöpfung sowie Know-how langfristig in Europa halten. 

Ergänzt wurde das Programm am Nachmittag durch eine Session zum Thema Kreislaufwirtschaft, in der anhand von konkreten Praxisbeispiele gezeigt wurde, wie Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Beschaffung bereits heute umgesetzt werden, sowie ein Netzwerktreffen innovativer Einkäuferinnen und Einkäufer und Netzwerktreffen der naBe Partnerinnen und Partner.  

Österreichische Innovationen zum Anfassen

Wie vielfältig innovative Lösungen aus Österreich bereits heute sind, zeigte die Innovation Area. Navel robotics GmbH, Taurob GmbH, Parity Quantum Computing GmbH, zerothird GmbH, qtlabs – Quantum Technology Laboratories GmbH und GetTrusted Escrow GmbH präsentierten ihre Innovationen aus den Bereichen Quantentechnologie und Robotik. Damit machten sie anschaulich, welche Lösungen der öffentlichen Hand schon heute zur Verfügung stehen. 

Viele Impulse für die Beschaffung der Zukunft

Die ECOVATION bot vielfältige Einblicke, spannende Diskussionen und zahlreiche Gelegenheiten zum Austausch. Nun bleibt es spannend zu beobachten, wie die Ideen und Impulse der Veranstaltung in den kommenden Monaten sichtbar und wirksam werden. 

Die ECOVATION wurde als Initiative der Bundesministerien BMIMI und BMWET in Kooperation mit der Bundesbeschaffung GmbH, der IÖB-Servicestelle und der naBe-Plattform veranstaltet.

 

Vorträge der Eröffnung

 

Monika Köppl-Turyna (EcoAustria): 

Wettbewerbsfähigkeit als Voraussetzung für effektive Vergabe

 

Christian Richter-Schöller (Schiefer Rechtsanwälte): 

Vergaberecht neu denken

 

Bilder zur Veranstaltung

© Anja Grundböck Photography 

Hier geht es zu weiteren Bilder zur Veranstaltung 

 

Kontakt IÖB

Mo. - Do.: 09:00 - 15:30 Uhr, Fr.: 09:00 - 13:30 Uhr

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