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Eckdaten des Projekts

  • Vergabegegenstand: Bahninfrastruktur inkl. Verkehrsstation
  • Umsetzungszeitraum: Anfang 2010 – Dezember 2015
  • Volumen: Bahninfrastruktur inkl Verkehrsstation ca 1,5 Milliarden Euro, Gesamtprojekt (inkl. städtische Infrastruktur, private Investitionen) ca 4 Milliarden Euro

Ausgangssituation/Problemstellung  

Die ÖBB investieren rund drei Milliarden Euro in den Ausbau und die Modernisierung von 170 Bahnhöfen in ganz Österreich. Das Highlight der Bahnhofsoffensive ist dabei der neue Wiener Hauptbahnhof.

Innovativer Charakter  

Der neue Wiener Hauptbahnhof ist ein Schlüsselprojekt für den Eisenbahnverkehr in Österreich und für die Bundeshauptstadt. Denn rund um den Hauptbahnhof entsteht in zentraler Lage ein neues Stadtviertel für 13.000 Menschen auf einer Gesamtfläche von 59 Hektar. Der Einsatz von innovativen Technologien, nachhaltigen Materialien und die Erreichung einer hohen Energieeffizienz der Gebäude hat ebenso höchste Priorität: Photovoltaik, Geothermie, Fernkälte, Fernwärme, Grauwassernutzung sowie ein integriertes CO2-gesteuertes Lüftungssystem machen den Hauptbahnhof zu einem energieeffizienten, umwelt- und ressourcenschonenden Vorzeigeprojekt. Es handelt sich also um eine Innovation des Bahnhofgebäudes, wobei hier bestehende Technologien weiterentwickelt und adaptiert wurden.  

Beschreibung der Vorgangsweise  

Die ÖBB decken am Wiener Hauptbahnhof ihren Strombedarf zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen (Wasser, Sonne, Erde, Wind) ab. Die Energiebilanz zeigt, dass rund 13% vom Gesamtenergiebedarf (Strom, Wärme, Kälte) mit Hilfe von Photovoltaik- und Geothermie-Anlagen direkt am Hauptbahnhof generiert werden. Durch die ökologische Energieversorgung werden rund 4.200 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Der restliche Wärme- bzw. Kältebedarf wird aus nachhaltig erzeugter Fernwärme/-kälte bezogen.

Der Heizwärmebedarf wurde wie der Kühlbedarf limitiert, um eine sparsame Energieverwendung sicher zu stellen. Im Bereich des Stationsgebäudes werden für Heizen und Kühlen über Geothermie mittels Vertikal- und Horizontalkollektoren mehr als 3 GWh/a gewonnen. Zur Schonung von Trinkwasserressourcen dient ein Grauwasserspeicher. Dieser wird zum Auffangen des Regenwassers genutzt. Das gewonnene Regenwasser wird für die Reinigung von Zügen verwendet.

Neben der Berücksichtigung der ökologischen Aspekte vermittelt auch die innovative Architektur Großzügigkeit, Offenheit und Transparenz von der Bahnhofshalle über die 20.000 m2 Geschäftszonen bis hin zu den Bahnsteigen. Ein Blickfang ist das über 25.000 m2 große Rautendach, in dem rund 5.000 Tonnen Stahl für die signifikante Gesamtkonstruktion des gefalteten Daches verarbeitet wurden.  

Ergebnis & Mehrwert  

  • Mit Eröffnung des neuen Hauptbahnhofes entstand nicht nur ein wichtigere europäischer Verkehrsknotenpunkt, sondern auch ein neues Stadtviertel.
  • Innovative Technologien und nachhaltige Materialien tragen zur Energieeffizienz bei und schonen Umwelt und Ressourcen.
  • Durch die ökologische Energieversorgung können Kosten gespart werden.  

Ansprechpartnerin  

Judith Engel
judith.engel(at)oebb.at

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