Innovationsfördernde Öffentliche Beschaffung bietet der öffentlichen Hand die Möglichkeit, aktuelle und zukünftige Herausforderungen mit besseren, wirksameren und nachhaltigeren Innovationen erfolgreich zu lösen.
Der Einkauf von Innovation begegnet in der Umsetzung jedoch oftmals Einwänden und Mythen – von hohen Kosten über rechtliche Unsicherheiten bis hin zu vermeintlich fehlenden Ressourcen.
Wir greifen gängige Mythen auf und stellen diesen fundierte Gegenargumente gegenüber. Ziel ist es, Sicherheit in der Diskussion zu schaffen, Missverständnisse auszuräumen und den Mehrwert von Innovationsbeschaffung für öffentliche Auftraggeber verständlich darzustellen.
Werfen Sie einen Blick in unser Dokument und lassen Sie sich vom Gegenteil überzeugen.
Innovationsfördernde Öffentliche Beschaffung - Wir bringen Klarheit zu Mythen und Einwänden
Mythos: IÖB ist teuer
Innovation ist nicht teuer – kurzfristiges Denken ist teuer. Wer ausschließlich auf den Anschaffungspreis blickt, übersieht Betriebskosten, Wartungsaufwand, Energieverbrauch und Effizienzpotenziale. Eine innovative Lösung kann anfangs mehr kosten, über ihre gesamte Nutzungsdauer aber deutlich wirtschaftlicher sein.
Mythos: IÖB ist rechtlich unsicher
Innovationsbeschaffung ist kein Sonderweg außerhalb des Vergaberechts – sie ist ausdrücklich Teil davon. Die eigentliche Herausforderung liegt meist nicht im Vergaberecht selbst, sondern in fehlender Erfahrung in der Beschaffung innovativer Lösungen. Wer den Markt systematisch erkundet und bestehende Unterstützungsangebote nutzt, kann Innovationsbeschaffung ebenso rechtssicher durchführen wie jede andere Beschaffung.
Mythos: IÖB ist riskant
Nicht Innovation ist das größte Risiko – sondern das Festhalten am Status quo. Die größte Gefahr für öffentliche Organisationen liegt oft nicht darin, etwas Neues auszuprobieren, sondern in der wachsenden Abhängigkeit von veralteten Technologien, einzelnen Anbietern und überholten Lösungen. Gute Innovationsbeschaffung ersetzt unkontrolliertes Risiko durch gesteuertes Risiko.
Mythos: Es gibt keine innovativen Anbietende
Mehr Anbieter erreichen statt Chancen verpassen. Fehlende Angebote sind oft kein Marktproblem, sondern eine Frage der Marktansprache. Wer den Markt frühzeitig erkundet und Anforderungen funktional formuliert, erreicht mehr Anbieter und erhöht den Wettbewerb.
Mythos: IÖB fördert Bevorzugung
Innovationsbeschaffung bewegt sich nicht außerhalb des Vergaberechts, sondern innerhalb des bestehenden Rechtsrahmens. Die rechtlichen Regeln bleiben dieselben. Was oft als Rechtsunsicherheit wahrgenommen wird, ist in Wirklichkeit mangelnde Routine in der Beschaffung von innovativen Lösungen. Mit den vorhandenen Verfahren, Markterkundungen und Unterstützungsangeboten lässt sich Innovationsbeschaffung ebenso rechtssicher gestalten wie jede andere Beschaffung.
Mythos: IÖB dauert lange
IÖB dauert nicht unbedingt länger – sie investiert mehr Zeit in die Vorbereitung, um Zeit in der Umsetzung zu sparen. Wer den Markt früh einbindet und den Bedarf sauber definiert, reduziert spätere Korrekturschleifen, Fehlentscheidungen und Verzögerungen.
Mythos: Innovation wird nicht benötigt
Wer glaubt, keine Innovation zu brauchen, geht davon aus, dass die Herausforderungen von morgen mit den Lösungen von gestern gelöst werden können. Innovationsfördernde Öffentliche Beschaffung hilft öffentlichen Organisationen dabei, ihre Leistungen kontinuierlich zu verbessern und auf neue Anforderungen vorbereitet zu sein.
Mythos: Die Geschäftsführung möchte keine Innovation
Innovationsbeschaffung ist kein Selbstzweck, sondern ein Instrument zur Erreichung strategischer Ziele. Die Frage ist nicht, ob die Geschäftsführung Innovation akzeptiert, sondern ob sie auf bessere Ergebnisse verzichten möchte. Sie hilft dabei, strategische Ziele zu erreichen, Risiken langfristig zu reduzieren und die Organisation zukunftsfähig aufzustellen. Mit Pilotprojekten, Marktinformationen und klaren Business Cases lassen sich Entscheidungen fundiert absichern.
Mythos: Für IÖB fehlen Ressourcen
„Dafür haben wir keine Ressourcen“ ist oft genau der Grund, warum Innovation notwendig ist. Innovationsbeschaffung hilft, knappe Ressourcen effizienter einzusetzen, externe Expertise zu nutzen und bestehende Probleme nachhaltiger zu lösen. Man muss Innovation nicht selbst entwickeln – man muss nur bereit sein, nach besseren Lösungen zu suchen.
Mythos: Der Staat als Experimentierlabor
Der Staat soll nicht experimentieren – aber er muss lernen, sich weiterzuentwickeln. Innovationsbeschaffung bedeutet nicht, unkontrollierte Risiken einzugehen. Sie bedeutet, neue Lösungen kontrolliert zu testen, um öffentliche Leistungen kontinuierlich zu verbessern und den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden.
Mythos: Vergaberecht und Innovation passen nicht zusammen
Das Vergaberecht ist kein Hindernis für Innovation – es schafft den Rahmen dafür. Das Vergaberecht schafft die Spielregeln für fairen Wettbewerb. Innovationsbeschaffung nutzt genau diesen Wettbewerb, um bessere, effizientere und zukunftsfähigere Lösungen für öffentliche Aufgaben zu finden.
Mythos: Startups sind keine verlässlichen Auftragnehmer
Nicht die Unternehmensgröße oder das Unternehmensalter entscheidet über die Verlässlichkeit eines Auftragnehmers, sondern dessen Kompetenz, Leistung und Eignung. Startups bringen häufig innovative Lösungen und hohe Agilität ein. Durch geeignete Vergabeverfahren, Pilotprojekte und Eignungsprüfungen können öffentliche Auftraggeber Risiken steuern und gleichzeitig von Innovationen profitieren.
Mythos: Interner Aufwand ist zu hoch
Der Aufwand für innovative Beschaffungen ist häufig eine Investition in bessere Ergebnisse. Wer frühzeitig den Markt einbindet und innovative Lösungen testet, vermeidet oft spätere Mehrkosten, Nachverhandlungen und ineffiziente Eigenentwicklungen. Innovation verursacht nicht zwangsläufig mehr Aufwand – sie kann langfristig sogar Aufwand, Kosten und Risiken reduzieren.
Mythos: Niemand belohnt uns für Innovation
Wer nur Fehler vermeiden will, verwaltet die Gegenwart. Wer Innovation beschafft, gestaltet die Zukunft. Die größte Gefahr liegt oft nicht darin, etwas Neues auszuprobieren, sondern darin, notwendige Veränderungen zu spät anzugehen. Innovation bedeutet nicht, Risiken einzugehen, sondern Risiken bewusst zu managen, um bessere Ergebnisse für Bürgerinnen und Bürger und Verwaltung zu erzielen.
Mythos: Innovation ist nur ein Buzzword
Innovation ist kein Buzzword, sondern ein Werkzeug, um öffentliche Aufgaben besser zu erfüllen. Niemand beschafft Innovation um der Innovation willen. Beschafft werden bessere Lösungen für konkrete Probleme – schneller, effizienter, nachhaltiger oder mit höherem Nutzen für Bürgerinnen und Bürger.
Mythos: Wir verlieren Vergleichbarkeit und Kontrolle
Innovation reduziert nicht die Kontrolle – sie erweitert die Auswahlmöglichkeiten. Wer den Markt frühzeitig einbindet, klare Ziele definiert und Lösungen anhand ihres Nutzens bewertet, trifft oft bessere und fundiertere Entscheidungen als bei der ausschließlichen Beschaffung bekannter Standardlösungen.
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